Ob ein Ultraschallreiniger wirklich sauber macht, entscheidet die Flüssigkeit im Becken. Hier erfahren Sie, welches Mittel für Schmuck, Brillen, Uhrenteile und Werkzeug geeignet ist und was nicht ins Bad gehört.
Warum Wasser allein nicht reicht
Ultraschall erzeugt im Becken Millionen winziger Bläschen, die an der Oberfläche der Teile implodieren. Dieser Effekt, die sogenannte Kavitation, sprengt Schmutz auch aus Ritzen, die keine Bürste erreicht.
Reines Wasser hat jedoch eine hohe Oberflächenspannung. Es benetzt fettige Oberflächen schlecht, und gelöster Schmutz setzt sich wieder ab. Ein passendes Reinigungsmittel für Ultraschallgeräte senkt die Oberflächenspannung, löst Fett, Öl oder Kalk chemisch an und hält den Schmutz in der Flüssigkeit in Schwebe. Erst das Zusammenspiel aus Ultraschall und Chemie sorgt für ein wirklich sauberes Ergebnis.
Faustregel: Wasser ist die Basis, das Reinigungskonzentrat bestimmt, welcher Schmutz sich löst.
Welche Flüssigkeit für welches Material?
Die richtige Wahl hängt davon ab, was gereinigt werden soll und welche Art von Verschmutzung vorliegt. Diese Übersicht hilft bei der Orientierung:
| Reinigungsgut | Typische Verschmutzung | Geeignete Flüssigkeit |
|---|---|---|
| Schmuck aus Gold, Silber, Platin (ohne empfindliche Einlagen) | Hautfett, Kosmetik, Staub | pH-neutrales Ultraschall-Konzentrat oder Neutralreiniger |
| Brillen und Brillengestelle | Fingerabdrücke, Hautfett, Ablagerungen an Nasenpads | Spezielles Brillen-Konzentrat, das Beschichtungen schont |
| Zerlegte Uhrwerke und Uhrenteile | Verharzte Öle, Abrieb | Spezieller Uhrenreiniger mit anschließender Spüllösung |
| Metallteile, Werkzeug, Vergaser, Maschinenteile | Öl, Fett, Schmierstoffe, Späne | Alkalischer Industriereiniger bzw. Entfetter |
| Glas, Edelstahl, Laborgeräte | Kalk, Rost, mineralische Beläge | Saurer Reiniger (nicht für Aluminium, Messing und unedle Metalle) |
| Elektronik und Platinen | Flussmittelreste, Staub | Ausschließlich spezielle Elektronikreiniger |
Bei Münzen hängt die Wahl stark vom Metall und vom Sammlerwert ab. Wir haben dafür einen eigenen Leitfaden zur Münzenreinigung zusammengestellt.
Neutral, alkalisch oder sauer – was ist der Unterschied?
- Neutrale Reiniger (pH um 7) sind materialschonend und die erste Wahl für Schmuck, Optik und gemischte Teile.
- Alkalische Reiniger lösen Fette und Öle besonders gut und eignen sich für Werkstatt und Industrie. Aluminium und manche Legierungen vertragen sie nur eingeschränkt.
- Saure Reiniger entfernen Kalk, Rost und Oxidschichten. Sie greifen unedle Metalle an und gehören nicht an Schmuck mit Steinen.
Hausmittel im Ultraschallreiniger – was funktioniert, was schadet
Viele Geräte für den Hausgebrauch werden ohne Reinigungsmittel geliefert, deshalb greifen viele zu dem, was gerade in der Küche steht. Ein Überblick:
Ein Tropfen Spülmittel – als Notlösung
Ein bis zwei Tropfen Spülmittel auf das volle Becken senken die Oberflächenspannung und helfen bei leichtem Schmutz. Mehr sollte es nicht sein: Schaum dämpft die Ultraschallwirkung, und Duft- sowie Pflegezusätze können einen Film auf den Teilen hinterlassen. Gründliches Nachspülen ist Pflicht.
Essig – nur für Kalk auf Glas
Verdünnter Essig löst Kalk, greift aber Metalle, Lötstellen und kalkhaltige Materialien wie Perlen und Korallen an. Für Schmuck und Uhrenteile ist er keine Option.
Isopropanol, Spiritus, Benzin oder Aceton
Brennbare Lösungsmittel gehören nicht in einen herkömmlichen Ultraschallreiniger. Durch die Erwärmung und die feine Vernebelung an der Oberfläche entstehen zündfähige Dämpfe, und Kunststoffbecken können angegriffen werden. Lösungsmittel sind nur in explosionsgeschützten Industriegeräten zulässig.
Selbst gemischte „Wundermittel“
Rezepte aus Natron, Salz, Zitronensäure oder Bleiche kursieren häufig im Netz. Salz und Säuren fördern Korrosion, Bleiche kann Metalle verfärben und Edelstahlbecken angreifen. Wer eine Ultraschallreiniger-Flüssigkeit selber machen möchte, bleibt am besten bei Wasser und wenigen Tropfen Spülmittel.
Was nicht in den Ultraschallreiniger darf
Die Flüssigkeit kann noch so gut gewählt sein: Manche Materialien vertragen die Schwingungen grundsätzlich nicht.
- Perlen, Korallen und Perlmutt – die Oberfläche kann matt werden oder abplatzen. Wie Sie Perlen richtig pflegen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Perlenkette-Reinigung.
- Poröse und weiche Steine wie Opal, Türkis, Lapislazuli, Malachit sowie Bernstein
- Behandelte Edelsteine – geölte Smaragde oder rissgefüllte Steine können ihre Füllung verlieren
- Geklebte Steine und Fassungen – der Kleber kann sich lösen
- Emaille, Lack und Beschichtungen – es können feine Risse oder Abplatzungen entstehen
- Komplette Uhren – auch wasserdichte Uhren nicht, da Dichtungen leiden können. Nur Armbänder oder zerlegte Teile.
- Elektronik mit Akku und alles, was nicht für Flüssigkeiten ausgelegt ist
Bei Silberschmuck mit gemischten Materialien entscheidet immer das empfindlichste Teil. Mehr dazu in unserem Ratgeber Geschwärztes Silber reinigen.
So wenden Sie das Reinigungsmittel richtig an
- Becken füllen: Bis zur Markierung mit Wasser füllen, idealerweise mit destilliertem oder entmineralisiertem Wasser. Das verhindert Kalkflecken.
- Konzentrat dosieren: Genau nach Mischverhältnis auf dem Etikett. Mehr Konzentrat reinigt nicht besser, hinterlässt aber eher Rückstände.
- Flüssigkeit entgasen: Frisch angesetzte Lösung enthält gelöste Luft, die die Kavitation bremst. Lassen Sie das Gerät einige Minuten ohne Teile laufen.
- Temperatur nutzen: Viele Konzentrate wirken bei warmer Lösung deutlich besser. Halten Sie sich an die Angaben des Herstellers und des Geräts.
- Teile in den Korb legen: Nie direkt auf den Beckenboden, sonst leiden Gerät und Reinigungsgut. Teile sollten sich nicht gegenseitig berühren.
- Nachspülen und trocknen: Mit klarem Wasser abspülen und sofort mit einem weichen Tuch trocken reiben.
Passende Geräte und Zubehör wie Körbe und Deckel finden Sie unter Ultraschall-Reinigungsgeräte und Zubehör. Gerät und Konzentrat im Paket gibt es als Ultraschall-Set.
Reinigungskonzentrate für Ultraschallgeräte
Reinigungsmittel direkt vom Hersteller
Sambol entwickelt und produziert Reinigungskonzentrate für Ultraschallgeräte seit 1994 in Radolfzell am Bodensee. Unsere Konzentrate werden mit Juwelieren, Optikern, Uhrmachern und Industriebetrieben abgestimmt und sind auf die Materialien zugeschnitten, für die sie gedacht sind. Für Sonderanwendungen oder größere Mengen beraten wir Sie gern persönlich.
Häufige Fragen zur Ultraschallreiniger-Flüssigkeit
Kann ich meinen Ultraschallreiniger nur mit Leitungswasser betreiben?
Ja, das Gerät funktioniert auch mit reinem Wasser und entfernt lose Verschmutzungen wie Staub. Gegen Hautfett, Öl oder Kalk wirkt Wasser allein aber kaum. Zudem hinterlässt kalkhaltiges Leitungswasser beim Trocknen oft Flecken.
Brauche ich destilliertes Wasser?
Nicht zwingend, aber es lohnt sich. Destilliertes oder entmineralisiertes Wasser verhindert Kalkflecken und verlängert die Standzeit der Lösung. Besonders bei Brillen, Glas und poliertem Schmuck sieht man den Unterschied.
Wie oft sollte die Flüssigkeit gewechselt werden?
Sobald sie sichtbar trüb ist oder die Reinigungswirkung nachlässt. Im Hausgebrauch ist das oft nach einigen Durchgängen der Fall, bei stark verschmutzten Werkstattteilen schon nach einem. Gebrauchte Lösung sollte nicht über Tage im Becken stehen bleiben.
Warum soll das Gerät erst ohne Teile laufen?
Frisch eingefüllte Flüssigkeit enthält gelöste Luft. Diese Gasbläschen dämpfen die Kavitation. Einige Minuten Leerlauf entgasen die Lösung, danach reinigt das Gerät spürbar besser.
Kann ich Schmuck und Brille gleichzeitig reinigen?
Besser nicht. Schmuck und Brillen brauchen unterschiedliche Konzentrate, und Brillengläser können durch harte Metallteile im selben Korb verkratzen. Reinigen Sie beides nacheinander mit der jeweils passenden Lösung.
Warum bleibt nach der Reinigung ein Schleier auf den Teilen?
Meist liegt es an zu viel Reinigungsmittel, an Kalk im Wasser oder an fehlendem Nachspülen. Dosieren Sie genau, spülen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen Sie die Teile sofort mit einem weichen Tuch ab.
Wie entsorge ich gebrauchte Reinigungsflüssigkeit?
Das hängt vom Mittel und von den gelösten Rückständen ab. Lösungen mit Öl, Metallabrieb oder Säuren gehören nicht ins Abwasser. Ausführliche Hinweise finden Sie in unserem Beitrag zur Entsorgung von Reinigungsmitteln.





